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Unsere vergessenen Befreier
Unter dem offiziellen Titel CHRONIQUES FIDÈLES SURVENUES AUS SIÈCLE À L´HOPITAL PSCHIATRIQUE BLIDA-JOINVILLE, AU TEMPS OÚ L´DOCTEUR FRANTZ FANON ÉTAIT CHEF DE LA CINQUIÈME DIVISION ENTRE 1953 ET 1956 schildert Abdenour Zahzah die prägende Zeit von Dr. Frantz Fanon als Leiter der muslimischen Abteilung des psychiatrischen Krankenhauses von Blida-Joinville in Algerien. Während seiner Amtszeit führte Fanon weitreichende Reformen ein und analysierte, wie Rassismus, Kolonialismus und Vorurteile die Wahrnehmung von psychischen Erkrankungen beeinflussen. Er entwickelte sozialtherapeutische Ansätze, die den heilenden Einfluss von sozialer Interaktion und kultureller Verbundenheit in den Mittelpunkt stellten. Dazu zählten Aktivitäten wie Mannschaftssport, Live-Musik und die Schaffung sozialer Räume, die den kulturellen Hintergründen der Patienten entsprachen.
Der Film beleuchtet die menschlichen Beweggründe hinter Fanons philosophischen und politischen Einsichten und zeigt, wie er zu einem tiefgreifenden Verständnis der psychologischen Auswirkungen des Kolonialismus sowie der Bedeutung nationaler Befreiungsbewegungen für grundlegende gesellschaftliche Veränderungen gelangte. Über 60 Jahre nach seinem Tod bringt dieses wegweisende Biopic ein zentrales Kapitel im Leben eines der einflussreichsten Denker der Welt wieder ans Licht.
Unsere vergessenen Befreier
Sa 05.07., 21:30
Unsere vergessenen Befreier
Frantz Fanon wird 1953 leitender Arzt der psychiatrischen Klinik von Blida, Algerien, und will – angetrieben von humanistischen Werten – neue Methoden anwenden, die seine Kollegen stark anzweifeln. Unbeirrt setzt er seine Arbeit fort und wird bald von der FLN (Algerische Befreiungsfront) kontaktiert, die ihn für ihre Bewegung gewinnen will. Als die Spannungen zwischen der französischen Armee und der FLN zunehmen, gerät Fanon zwischen die Fronten und wird in den Kampf um die algerische Unabhängigkeit verwickelt. Jean-Claude Barnys Biopic konzentriert sich auf Fanons Zeit in Algerien, in der seine ihn bald berühmt machenden Überlegungen über die Gewalt des Kolonialismus reifen.
Kanada 2024 / OmeU / 133 Min. / Regie: Jean-Claude Flamand-Barny / mit Alexandre Bouyer, Olivier Gourmet, Déborah François
Sa 14.06., 19:30 | Sa 05.07., 21:30
Unsere vergessenen Befreier
Unsere vergessenen Befreier
„Als Arzt kannte er menschliches Leiden. Als Psychiater hat er die Ursachen für die Entstehung von Traumata analysiert und als Kolonialisierter hat er besser verstanden als jeder andere, was es bedeutet, unter kolonialen Bedingungen aufzuwachsen.“ Mit diesen Worten von Aimé Césaire und historischen Aufnahmen von Frantz Fanons Beerdigung 1961 beginnt der Dokumentarfilm von Mehdi Lallaoui. Darin kommen Weggefährt*innen des Befreiungskämpfers und Theoretikers Fanon zu Wort wie seine Assistentin Marie-Jeanne Manuellan, seine Biografin und Mitstreiterin bei der Revolutionierung der Psychiatrie in Nordafrika, Alice Cherki, und der Historiker Jean Khalfa. Ihre Zeugnisse belegen die anhaltende Bedeutung Fanons für den Kampf gegen Kolonialismus und Rassismus und „für einen globalen Humanismus“.
Algerien, F 2021 / OmU / 93 Min. / Regie: Mehdi Lallaoui
Mi 11.06., 19:30 Uhr, mit Einführung von Dr. Guillaume Fiedler-Plas
Unsere vergessenen Befreier
Unsere vergessenen Befreier
„Als Arzt kannte er menschliches Leiden. Als Psychiater hat er die Ursachen für die Entstehung von Traumata analysiert und als Kolonialisierter hat er besser verstanden als jeder andere, was es bedeutet, unter kolonialen Bedingungen aufzuwachsen.“ Mit diesen Worten von Aimé Césaire und historischen Aufnahmen von Frantz Fanons Beerdigung 1961 beginnt der Dokumentarfilm von Mehdi Lallaoui. Darin kommen Weggefährt*innen des Befreiungskämpfers und Theoretikers Fanon zu Wort wie seine Assistentin Marie-Jeanne Manuellan, seine Biografin und Mitstreiterin bei der Revolutionierung der Psychiatrie in Nordafrika, Alice Cherki, und der Historiker Jean Khalfa. Ihre Zeugnisse belegen die anhaltende Bedeutung Fanons für den Kampf gegen Kolonialismus und Rassismus und „für einen globalen Humanismus“.
Algerien, F 2021 / OmU / 93 Min.
Regie: Mehdi Lallaoui / mit: Alice Cherki, Marie-Jeanne Manuellan, Jean Khalfa
Mi 14.05., 19:30 Uhr, zu Gast: Mehdi Lallaoui, Alice Cherki
Unsere vergessenen Befreier
Guests: Alice Cherki and Mehdi Lallaoui (Paris)
Im Rahmen der Vorlesung "Global and Regional Transformations: Theories, Trends, Interdependencies"
Social transformations reflect interdependent processes that take place in various world regions simultaneously. In this session, interdependencies of colonial and decolonial developments between various regions such as the Caribbean, Europe and Africa during and after the Second World War will be rediscovered through the footsteps of Frantz Fanon with unique and creative contributions by Alice Cherki and Mehdi Lallaoui.
Die Vorlesung findet auf Englisch statt.
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Unsere vergessenen Befreier
(De-)koloniale Perspektiven auf den Zweiten Weltkrieg
Filme und Vorträge in Freiburg
Di 11.03. – Di 03.06.2025
Vor 80 Jahren endete der Zweite Weltkrieg. Unzählige Menschen und alle Kontinente wurden durch diesen Krieg erschüttert, dessen Zentrum Deutschland war. Die Nationalsozialisten hatten den Weltkrieg 1939 mit dem Überfall auf Polen begonnen, und schließlich über Europa hinaus nach Asien, Ozeanien, Afrika und die Amerikas ausgeweitet. Gleichwohl müssen bereits der italienische Abessinienkrieg 1935 in Äthiopien/Eritrea und der Zweite Japanisch-Chinesische Krieg ab 1937 als Teil dieses globalen Krieges begriffen werden, denn beide wurden von den mit Deutschland verbündeten Achsenmächten Italien und Japan begonnen. Vergessen werden darf dabei allerdings nicht, dass die Zahl derjenigen aus aller Welt, die sich den Nazis militärisch entgegenstellten, weit größer war, als die Zahl ihrer internationalen Verbündeten.
Anlässlich des 80. Jahrestages der Befreiung von Nazideutschland wollen wir mit zahlreichen Vorträgen und einer Filmreihe mit Gästen aus Algerien, Frankreich, Italien, Brasilien, Korea und den USA sowohl seinen Opfern wie auch den Widerstandskämpfer*innen aus dem Globalen Süden gedenken. Damit wollen wir zum Perspektivwechsel von einer eurozentrischen hin zu einer globalen Geschichtsschreibung beitragen. Europa, und insbesondere Deutschland, muss sich der historischen Verantwortung stellen, die es gegenüber Kontinenten, Ländern und Regionen hat, die durch Kolonialisierung und Krieg zerrüttet wurden. Untrennbar damit verbunden ist auch die Verantwortung gegenüber Menschen, die heutzutage aus ihren Herkunftsländern flüchten und hier nach Schutz und Asyl suchen.
Eine Veranstaltung von iz3w und Kommunales Kino Freiburg in Kooperation mit ACT – Africa Center for Transregional Research, Blaues Haus Breisach, Centre Culturel Français Freiburg, DEAB, De/Coloniality Now, FAIRburg, Frankreich-Zentrum, freiburg-postkolonial, Institut für Sozial- und Kulturanthropologie, KoBra – Kooperation Brasilien, Kulturaggregat, recherche international, Theater Freiburg, Weingut Dilger
Mit finanzieller Unterstützung des Landtags und des Staatsministeriums Baden-Württemberg über die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg, gefördert von Brot für die Welt mit Mitteln des kirchlichen Entwicklungsdienstes, INTA-Stiftung, Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau, Kulturamt Freiburg