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Vom 6. Oktober bis 28. November 2025 laden wir mit einer neuen Ausstellung zu einer Zeitreise in die Zukunft ein. Nicht in die finstere Zukunft eines unbewohnbaren Planeten mit Überschwemmungen, Ressourcenkriegen und totem Boden, sondern in eine Welt, wie sie sein kann, wenn wir uns um sie kümmern: grün, lebensfroh, fruchtbar und fortschrittlich.
Lust auf Veränderung wecken
Schlägt man heutzutage die Zeitung auf oder hört die Nachrichten, so wird man überschüttet mit negativen Botschaften: Krisen, Kriege, Katastrophen wohin man schaut. In der Debatte, was dem Klimawandel entgegenzusetzen ist, wird vor allem über technische Maßnahmen, Kosten und Emissionseinsparungen geredet. Immer geht es um das Schlimme, das zu verhindern ist, die Bequemlichkeiten, auf die zu verzichten sei, die düstere Aussicht, die am Horizont droht. Viele fühlen sich entmutigt, gelähmt, ohnmächtig und verzweifelt, besonders in der jungen Generation nehmen Depressionen besorgniserregend zu.
Die Initiator:innen des Projekts Zukunftsbilder glauben dagegen, dass Veränderung aufgrund von Angst, Hiobsbotschaften und Hoffnungslosigkeit nicht gelingen kann. Auf ihrer Website schreibt Reinventing Society – ein gemeinnütziger und unabhängiger Transformationshub, der Ende 2020 gegründet wurde – dazu: «Unsere Mission ist es, Menschen in eine regenerative und lebendige Gesellschaft zu begleiten. Dazu entwickeln wir positive Zukunftsvisionen, begleiten Veränderungsprozesse und vermitteln Zukunftskompetenzen. Dabei verstehen wir unsere Organisation selbst als ein Reallabor, in dem neues Erfahrungswissen entsteht.»
Die Ausstellung basiert auf dem gleichnamigen Buch, in dem in Bildern und Texten eine Vision davon entwickelt wurde, wie eine erstrebenswerte Zukunft in ungefähr 20 Jahren aussehen könnte, wenn wir gemeinsam und konsequent unsere Wirtschaft und Gesellschaft umbauen. Dabei sind die Visionen nicht als perfekte Blaupause zu verstehen, sondern als offener Vorschlag, der zum Austausch über Zukunft einladen möchte.
Utopien sichtbar machen
Während und als Teil der Ausstellung wird zudem ein Beitrag des Hamburger Videokünstlers Jan Kamensky zu sehen sein. Kamensky kreiert utopische Videoclips begrünter Städte als Teil seines Projekts „Visual Utopias“, in dem er eine spielerische Transformation von autodominierten Straßen zu menschenfreundlichen Orten vornimmt. Eine Übersicht seiner Arbeiten finden sich hier.
Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung
Maureen Kearney wird gefesselt und traumatisiert in ihrer eigenen Wohnung aufgefunden. Das ist der Ausgangspunkt eines Politthrillers, der sich tatsächlich zugetragen hat. Er ermöglichte Einblicke in düstere Abgründe der Atomwirtschaft. EWS-Energiereferentin Eva Stegen hat das Buch übersetzt und liest daraus vor.
Im Räderwerk der Atommafia
Der französische Bestseller «La Syndicaliste» von Caroline Michel-Aguirre erschien im Jahr 2019. Die Verfilmung mit Isabelle Huppert in der Hauptrolle kam 2022 in die Kinos. EWS-Energiereferentin Eva Stegen übersetzte es aus dem Französischen; die deutsche Ausgabe wurde bei der Leipziger Buchmesse vorgestellt.
Über das Buch
Das Zeitfenster für die Veröffentlichung könnte kaum passender sein, zeigt das Buch doch, wie irrwitzig es auch hierzulande ist, sich in die Technologie-Abhängigkeit von Despoten zu begeben. Es wirft ein grelles Licht auf eine geradezu suizidophile Atom-Sehnsucht, sich mit AKWs quasi vorinstallierte Bomben in den eigenen Vorgarten zu stellen und dabei gemeinsame Sache mit denen zu machen, gegen die man sich verteidigen will.
Gerade jetzt, da die Rufe nach AKW und «Atomarem Schutzschirm» nicht verstummen, lohnt sich der Blick hinter die Kulissen, denn nicht nur in den Schurkenstaaten selbst ist mächtigen Akteuren jedes Mittel recht, um ihre Widersacher:innen mundtot zu machen.
Kriminelle Energie
Die Gewerkschafterin Maureen Kearney hat dubiose Machenschaften der französischen Atomindustrie aufgedeckt. Sie setzte sich als Whistleblowerin gegen die Übereignung hochsensibler Informationen des französischen Atom-Spitzenkonzerns Areva an einen chinesischen Nuklear-Staatskonzern ein und sollte deshalb auf teuflische Weise zum Schweigen gebracht werden. Mit Mafia-Methoden, brutalster sexualisierter Gewalt, wollte man die Vereitelung Milliarden-schwerer Atom-Deals verhindern. Traumatisiert und gefesselt wird sie in ihrer eigenen Wohnung aufgefunden. Von den Tätern fehlt zunächst jede Spur und sie kann sich nur bruchstückhaft erinnern.
Das ist der Ausgangspunkt eines Politthrillers, der sich tatsächlich zugetragen hat. Bis in die höchsten Sphären der Macht von Politik, Wirtschaft, Justiz und Polizei verbündeten sich die Mächtigen und kuschten die Befehlsempfänger, um ein scheinbar unumstößliches Kartell des Schweigens gegen die Gewerkschafterin aufzubauen. In Romanform erzählt dieses Buch, wie die einstmals starke Frau durch eine perfide Täter-Opfer-Umkehr gebrochen werden sollte. Und – ganz wichtig – wie das wehrlose Opfer aufsteht, sprechfähig wird, beachtliche Kräfte entwickelt und sich aus der Opferrolle befreit.
Die Teilnahme ist kostenlos, allerdings ist eine vorherige Online-Anmeldung erforderlich! Hier gelangen Sie zur Anmeldung
Strom ganz einfach zu Hause produzieren – so geht‘s!
Erfahren Sie alles Wissenswerte über Mini-PV-Anlagen (Balkonsolaranlagen) und ihre Speichermöglichkeiten beim Infovortrag am 13. August im EWS-Store. Lassen Sie sich umfassend informieren, was Sie beim Kauf beachten müssen, was momentan erlaubt ist, welche Möglichkeiten der Aufhängung es gibt und vieles mehr.
Unsere Energieberaterin Anna Magdalena Hoffmann stellt in ihrem Vortrag die wichtigsten Aspekte zum Thema vor und beantwortet im Anschluss gerne Ihre Fragen.
Wir freuen uns auf Sie!
Der ehemalige BUND-Regionalgeschäftsführer Axel Mayer hat Protestplakate der Anti-Atom-Bewegung der 70er Jahre archiviert. 50 Jahre nach der Bauplatzbesetzung in Wyhl ist nun eine Auswahl der umfangreichen Plakatsammlung im EWS-Store in Freiburg zu sehen – ein wichtiges, bis heute inspirierendes Stück Protestgeschichte.
«Wyhl war nicht nur das ‚Nai hämmer gsait‘ zur Atomkraft, sondern auch das frühe Ja zu den zukunftsfähigen Energien», sagte Axel Mayer vor ein paar Wochen in einem Interview für die Badische Zeitung zum 50sten Jahrestag der Platzbesetzung und des beginnenden Protests gegen das geplante Atomkraftwerk am Kaiserstuhl.
Der damalige Bauplatzbesetzer und Umweltaktivist, der lange Jahre in Freiburg als BUND-Regionalgeschäftsführer tätig war, sieht im frühen AKW-Protest den Beginn der Energiewende. Naheliegend also, dass die EWS Schönau die Digitalisierung einer Plakatsammlung unterstützt haben, die Mayer gesammelt und dem Badischen Landesmuseum als Schenkung überstellt hatte. Denn auch die EWS sind aus dem Anti-Atom-Protest entstanden und haben so die Energiewende mitgestaltet.
Die Plakate, im Kontext von Wyhl und der Anti-AKW-Proteste der 1970er Jahre entstanden, zeigen ein vielfältiges Bild von Protestkultur, deren einprägsame Slogans und humorvoll-kritische Designs uns mitnehmen in eine Zeit, in der noch nicht im Netz, sondern im öffentlichen Raum aufgeklärt und mobilisiert wurde. Sie spiegeln die ganze Vielfalt der damaligen Protestkultur, zwischen jugendlich-kritischem urbanem Widerstand und ländlich-hartnäckiger Beharrlichkeit, wider.